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Album "Post-harmonic orchestra"
unitrecords.com


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Stolz aus Holz







Erwachen







Kalt, Nebel, Sonnenstrahl







Kristallklar







Excuse me...? Can you tell me the direction to myself?







Joyful goodbye







Take a ride with Ganesh







Sa va Sa ti (Ça va Satie?)







Ritter Kato







Arati (for Ganesha)








Recorded at Alte Zigarrenfabrik - 26./27. Mai 2017
Mixing / Mastering: Daniel Mudrack
Release: 10. November 2017


Von geraden Schrägen und tiefen Höhen
Von Steff Rohrbach
Das Oktaeder als einer der fünf platonischen Körper ist ein Vielflächner mit acht deckungsgleichen Dreiecken. Nennt ein Musiker seine achtköpfige Band nicht wie üblich Oktett, sondern Oktaeder, stellt sich fast zwangsläufig die Frage nach seiner Beziehung zur Mathematik. Tatsächlich überrascht denn auch nicht, dass Jan-Andrea Bard, der Komponist, Bandleader und Pianist dieses Albums, nicht nur Musik – Jazz – sondern auch Mathematik studiert hat: Schliesslich hat schon Pythagoras 600 v. Chr. mit dem einsaitigen Monochord den Zusammenhang zwischen Musik und Mathematik bewiesen, zwischen der Länge einer Saite, den Wellen, Tönen und dem Klang ihrer Schwingungen. Musik ist folglich im Grunde genommen reine Mathematik, und Klänge sind physikalisch berechenbare Luftschwingungen und Frequenzen. Trotz dieser Berechenbarkeit und Rationalität verbergen sich Geheimnisse in der Musik, Rätsel, die mit Mathematik, Geometrie und Physik kaum ganz erklärbar sind. Weshalb rührt uns eine Melodie zu Tränen und eine ganz ähnliche löst kaum eine Empfindung aus? Weshalb hören wir überhaupt Musik? Sie begleitet unser Leben vom Anfang bis zum Ende, gehört zu allen gesellschaftlichen Ereignissen von Festen und Feiern bis zum Krieg.
Beschäftigt sich ein Mathematiker mit Leib und Seele mit Musik, noch dazu mit Jazz, mit Improvisation und also mit nur begrenzt Vorhersehbarem, darf davon ausgegangen werden, dass sich ein guter Teil seines Forschungsgebiets um diese Geheimnisse dreht, dass solche Rätsel seine Neugier wecken. Selbst wenn Jan-Andrea Bards Denken und seine kompositorischen Grundideen eine starke mathematische Komponente haben mögen, ist es wohl immer dieses gewisse Etwas, das ihn interessiert und unmittelbar antreibt: Das Zusammenspiel unterschiedlicher Klänge und Farben, das Verdichten, die Beziehungen von Akkorden, Harmonien und Dissonanzen, das rhythmische Geflecht, auf das seine Dramaturgie baut, das Verhältnis vom Einzelnen zum Ganzen. Vieles davon ist in der Musik Jan-Andrea Bards zu spüren und hörbar, gerade letzteres ganz ausgeprägt – die Wechselwirkung von Einzelstimme und orchestralem Klang. Dabei geht es nicht um Solo und Thema, sondern – ganz nach zeitgenössischer Auffassung – vielmehr um den Gesamtsound, zu dem jeder der acht Musiker im Tutti und seinen unterschiedlichen Betonungen, Temperaturen und Kräften beiträgt. Der Bandleader und Pianist geht dabei sehr sorgfältig mit seinen Kompositionen um – sorgfältig im jazzmässigen Sinn. Sie dienen als Basis, als Grundriss und Plan, die Ausführung, die eigentliche Arbeit, die Ausgestaltung geschieht im Zusammenspiel der Band, im Echtzeit-Interplay, in der Improvisation und so überzeugend, dass die Konstruktion in den Hintergrund tritt. Bei aller melodiösen und rhythmischen Komplexität und harmonischen Raffinesse begegnet uns die Musik nie formelhaft oder schwer – im Gegenteil, und das ist ihre Kunst. Der Fluss, das Ineinanderfliessen der acht Einzelteile zum Ganzen wirkt leicht und natürlich, und was dabei entsteht, lässt die Handschrift des Leaders erkennen, sein eigenes Jazz-Idiom.
Zur Sorgfalt gehört die Auswahl der Mitmusiker – zumal bei einer achtköpfigen Band. Dabei beweist Jan-Andrea Bard ganz offenbar ein glückliches Händchen. Er hat nicht nur sieben fantastische Musiker um sich geschart, sondern auch sieben Charaktere, die sich wunderbar ergänzen. Mit Jonas Winterhalter, Sebastian von Keler, Lou Lecaudey, Lucas Wirz, Marc Mezgolits und Florian Krause kommen sechs Protagonisten wie Jan-Andrea selbst aus dem Umfeld der Basler Jazz-Studiengänge. Jonas Labhart hat in Berklee und Zürich studiert. Die acht Musiker bilden zusammen tatsächlich einen einzigen (Klang-)Körper – Oktaeder ist also durchaus eine passende Bezeichnung dafür.
Und dennoch stimmt bei genauerer Betrachtung die mathematische Logik dann doch auch wieder nicht ganz. Erstens sind diese acht Musiker zusammen weit mehr als die Summe von acht Einzelteilen: Ihre Stimmen sind in Bewegung, überschneiden und überlagern sich, wechseln ihre Farben und rufen Stimmungen hervor, der Faktor Zeit weist über die geometrische Form hinaus. Und zweitens versagt die mathematische Logik auch in anderer Hinsicht: Die acht Flächen des Oktaeders sind kongruent, deckungsgleich, symmetrisch – eine symmetrische Figur kann zwar nett und ästhetisch sein, Spannung ruft sie aber kaum hervor. Im Gegensatz dazu lebt die Musik dieses "Oktaeders" von Reibung, Kontrasten, Differenzen und ist alles andere als flach, hat Höhe und Tiefe, Schrägen, Geraden, Rundungen und Ecken, kurze und lange Kanten – Variablen, aus denen das Hören zum Vergnügen wird.



Album "Crossed Fates"
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Coup de Soul







I Fall In Love To Easily (Piano Solo)







Wonderful Journey







Hejali







Recording im Oktober 2014
Popakademie Mannheim
Mixing/Mastering by Dani Mudrack
Release: 16. Oktober 2015